„Zukunftsprozess"
Eine Linie, Verästelungen, Vernetzungen, Abstrahierungen.
Man kann sein Ziel gedanklich vorskizzieren – zum Beispiel etwas, das was man erschaffen oder erreichen will. Doch die Art und Weise, auf die man es vollbringt, kann man nicht nur in der Theorie planen. Man gibt einen Teil der Kontrolle ab und begibt sich in den Prozess. Währenddessen erkennt man, was realistisch umsetzbar ist oder an welchen Wegkreuzungen man eine andere Route einschlagen muss; wie ein Netz aus Wurzeln, welches nach Nährstoffen in der Erde sucht.
Beim Arbeiten mit Keramikglasur bleibt einem nichts übrig, als sich in den Prozess zu begeben, da die Farben vor dem Brennen im Keramikofen völlig anders aussehen als danach. Man kann somit das Ergebnis erst erkennen, wenn der Prozess vollendet wurde.
Wohnungslosigkeit ist für mich ein sozialer Fauxpas. Zwischen dem Weltgeschehen zu existieren, irgendwie unsichtbar zu sein – von der diffusen Angst davor bis zur real eintretenden Lebenssituation, die so gut wie jeden irgendwie erreichen kann, unabhängig vom Stand. Davor fürchten sich Menschen und diese Furcht wird für eine Person umso greifbarer, wenn diese anerkennt, dass die Menschen, denen es passiert, genauso menschlich sind wie man selbst. Und dass die Umstände, die sie in diese Lage gebracht haben, genauso wenig in ihrer Kontrolle lagen wie jene, die darüber entschieden haben, dass du ihnen heute als Betrachtender gegenüberstehst.
Meine Gedanken zur Stadt Wiesbaden:
Je zugänglicher die Wohnungen sind, desto gefängnisartiger ist die Architektur. Die alte Architekturkultur, die in Wiesbaden an vielen Orten zu sehen ist, hat überlebt. Hier wird die Relevanz von Kunst in Bezug auf die zeitbezogene Nachhaltigkeit der Materialien herausgestellt. In der Stadt Wiesbaden werden viele Kontraste sichtbar, dies ist ein weiterer davon.
Im Alter von zwanzig Jahren bin ich in die Obdachlosigkeit geraten. In diesen prägenden Jahren mit Obdachlosigkeit konfrontiert zu werden, hat einen gewissen Vorteil: Man bekommt einen ungefilterten Blick auf die Voreingenommenheiten des Systems, in dem wir leben, und wie es den Menschen und dem sozialen Zusammenhalt schadet.
Nun, da ich meinen eigenen Weg weitergehe, möchte ich Sie alle grüßen und Ihnen wünschen, dass Sie, egal welche Wege sich Ihnen präsentieren, jene mit einem stetigen Schritt beschreiten.
Fliesenpat:innen gesucht!
Wir wollen Hauseigentümer dafür begeistern, eine kostenlose Patenschaft für eine dieser individuellen Keramiken zu übernehmen und die Fliese sichtbar an der eigenen Hausfassade zu befestigen. Mit dieser Patenschaft für eine der 15 x 15 cm großen Fliesen werden Hauseigentümer:innen selbst Teil dieses Kunstprojekts. Sie geben damit wohnungslosen und sozial ausgegrenzten Menschen eine Teilhabe an der Mitgestaltung des öffentlichen Raums.
Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, eine kostenlose Patenschaft übernehmen möchte(n), schreiben Sie uns:
hausfliesenbruch.wiesbaden[at]regionale-diakonie.de
Wenn Sie zur Miete wohnen, aber glauben, dass Ihr:e Vermieter:in für eine Patenschaft offen ist, kann die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus auf Ihren Wunsch hin gerne Kontakt aufnehmen. Wir freuen uns besonders über Anfragen von Orten mit erhöhtem Publikumsverkehr, z.B. Cafés, Bars und Restaurants.
Wir möchten auch Menschen, die sich in Wiesbaden ausschließlich zu Fuß bewegen, die Möglichkeit geben, die Fliesen anzuschauen. Daher suchen wir vorrangig Patenschaften innerhalb der Wiesbadener Innenstadt. Wir bitten hierfür um Verständnis.
Weitere Informationen finden Sie unter www.hausfliesenbruch.de.
Alexander Trauten
Projekte Sozialraumorientierung, Hausfliesenbruch
Rheinstraße 65
65185 Wiesbaden
Matthias Lutz
Teamleitung Wiesbaden
Alltagsassistenz Ambulant
Rheinstraße 65
65185 Wiesbaden
Susanne Bender-Petrovic
Koordination Entwicklung und Fundraising
Rheinstraße 65
65185 Wiesbaden
Gartenfeldstraße 15
65307 Bad Schwalbach