Offene Sprechstunde Schuldnerberatung am 16. Juni
Beratungsstelle der Regionalen Diakonie in Wiesbaden beteiligt sich an bundesweiter Aktionswoche
Wiesbaden, den 9. Juni 2026. Die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis zum 19. Juni 2026 richtet in diesem Jahr den Fokus auf das Thema Pfändungs-schutzkonten (P-Konten). Denn trotz eindeutig geregelter gesetzlicher Vorgaben sorgen diese Konten bei vielen verschuldeten Menschen für große zusätzliche Probleme: Kontoumwandlungen erfolgen verspätet, gesetzliche Freibeträge werden nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben bleiben blockiert. „Das muss sich ändern“, sagt Stefanie Kessler, Bereichsleitung Beratung der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus. Sie unterstützt die Forderung der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV): „Die Politik muss entschlossen handeln, um den Pfändungsschutz wirksam durchzusetzen.“ Nach Angaben der AG SBV gibt es in Deutschland monatlich rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen.
Gesetzliche Standards sollen verschuldete Menschen schützen
Das Pfändungsschutzkonto schützt automatisch einen gesetzlich festgelegten monatlichen Freibetrag. Für Menschen mit Unterhaltspflichten oder besonderen Lebenslagen können erhöhte Freibeträge gelten. In der Praxis frieren Banken bei einer Kontopfändung das Guthaben auf dem Girokonto zunächst ein. „Betroffene müssen dann aktiv die Umwandlung in ein P‑Konto beantragen“, erläutert Stefanie Kessler. „Ohne schnelle und korrekte Unterstützung durch Kreditinstitute, Schuldnerberatungsstellen oder Behörden steht zeitweise kein Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder Medikamente zur Verfügung.“ Nötig seien klare gesetzliche Standards für Banken, barrierearm erreichbare Ansprechstellen, geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen bei Rechtsverstößen – nicht nur in Bezug auf das P-Konto, sondern auch auf ein Basiskonto als elementarem Bestandteil der Existenzsicherung.
Offene Sprechstunde am 16. Juni von 9.00 bis 14.00 Uhr
Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus lädt im Rahmen der Aktionswoche am 16. Juni von 9.00 bis 14.00 Uhr zur Offenen Sprechstunde ein. Wie auch die generelle Schuldnerberatung der Regionalen Diakonie in Wiesbaden gilt das Angebot nur für Interessierte aus dem Zuständigkeitsbereich der Beratungsstelle: Menschen mit Wohnsitz im Westend/Bleichstraße, Rheinstraße (nur ungerade Hausnummern: 65-123), Bierstadt, Erbenheim, Hessloch, Kloppenheim und Igstadt sowie alle Ratsuchenden ohne festen Wohnsitz. Die Schuldnerberatungsstelle befindet sich im Beratungszentrum Kaiser-Friedrich Ring im Kaiser-Friedrich-Ring 5, Telefon: +49 611 36091-330, E-Mail: schuldnerberatung.wiesbaden@regionale-diakonie.de.
Mehr Informationen zur Schuldnerberatung finden sich hier.
Über die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus
Die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus ist Teil der Regionale Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH. Mit jeder der neun Regionalen Diakonien in Hessen und Rheinland-Pfalz leisten wir aktiv die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche. Dafür setzen sich über 1.500 Mitarbeitende sowie rund 5.000 Ehrenamtliche ein. Unsere Angebote können von jeder Person in Anspruch genommen werden, unabhängig von Nationalität, Religion und sozialem Status. Wir beraten, begleiten und betreuen im Jahr ca. 120.000 Menschen und leisten Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Angebote und Einrichtungen der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus gliedern sich in fünf Arbeitsbereiche: Soziale Teilhabe; Wohnungsnotfallhilfe; Beratung; Frauen, Kinder, Jugend- und Familienhilfe sowie Gemeinwesenarbeit. Insgesamt engagieren sich rund 180 hauptamtliche Mitarbeitende und zirka 400 Ehrenamtliche an 21 Standorten in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis für Menschen, die Rat und Hilfe benötigen.
Pressekontakt
Claudia Sporn, Kommunikation
Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus
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