Kunst, die wärmt: Eule Geib malt Rose für Wiesbadener Socke
Für jedes verkaufte Paar Socken geht ein Paar an wohnungslose Menschen. Die Teestube der Regionalen Diakonie ist einer der ersten Partner im deutschen Netzwerk des niederländischen Sozialunternehmens Let’s Do Goods.
Vorstellung der Socken mit (v.l.n.r.) Marcel Hirsch und Matthias Röhrig (beide Regionale Diakonie), Joachim Tobschall (Stadtrat), Niels Hermus (Let’s do Goods), Andreas Kowol (Sozialdezernent) und Anne Häusler (Let’s do Goods).
Wiesbaden, den 02. November 2026. Die Rose, die „Eule“ Geib gemalt hat, sorgt ab sofort für warme Füße: Das Motiv, das die Wiesbadener Künstlerin in der Teestube der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus entworfen hat, ziert nun eine „Kunst-Socke“ des Sozialunternehmens Let’s Do Goods. Vor wenigen Tagen wurde die Socke in der Teestube vorgestellt.
Eule Geib zeichnet seit ihrer Kindheit und widmete sich dann auch dem Tätowieren – entsprechend erinnert auch ihre Rose an ein Tattoo. Ihre Geschichte können Interessierte ab sofort auf letsdogoods.com/de nachlesen. Der QR-Code auf dem Etikett der Socken führt direkt dorthin.
Warum ausgerechnet Socken? Teestuben-Leiter Matthias Röhrig erklärt: „In unserer Kleiderkammer statten wir unsere Besucher:innen mit gespendeten Kleidungsstücken aus. Naturgemäß fehlen dabei immer Socken.“ Die Fußbekleidung wird selten gespendet, verschleißt aber bei Menschen, die viel laufen oder draußen schlafen, sehr schnell.
Let’s Do Goods gestaltet seit 2020 Socken gemeinsam mit Künstler:innen, die oft eigene Erfahrung mit Wohnungslosigkeit haben. Dabei entsteht immer ein Design pro Stadt. Für jedes verkaufte Paar Socken spendet das Unternehmen ein weiteres Paar an obdachlose Menschen – bisher mehr als 250.000 mal. Unternehmensgründer Niels Hermus: „Wir möchten mit den Socken eine Versorgungslücke schließen. Außerdem können wohnungslose Menschen mit der Gestaltung der Socken ihre Geschichte erzählen. So machen wir auf das Thema Wohnungslosigkeit aufmerksam und sorgen für mehr Empathie.” Die Socken werden über lokale Partnereinrichtungen verteilt. Die Teestube ist einer der ersten Partner in Deutschland. Sie erhält zunächst 100 Paar Socken für ihre Kleiderkammer und danach die Menge, die sie benötigt.
Das Bild von Eule Geib und die daraus entwickelte Wiesbadener „Kunst-Socke“.
Stadtrat Joachim Tobschall, der bei der Vorstellung Kulturdezernentin Dr. Patricia Becher vertrat, sprach über die Rose als Zeichen für Liebe, Hingabe und Schönheit. „Diese Socken sind mehr als ein kreatives Design. Sie stehen für Solidarität, Teilhabe und die Idee, mit etwas Alltäglichem etwas Gutes zu bewirken.“ Sozialdezernent Andreas Kowol lobte das gemeinsame Projekt ebenfalls und betonte, dass sich in Wiesbaden viele gute Ideen auf der Basis tragfähiger Netzwerke umsetzen ließen. Im Hinblick auf das Thema Wohnungslosigkeit mahnte er aber: „Wir müssen mehr leisten, um Menschen wieder stärker einzubinden.“
Wiesbadener Geschäfte gesucht
Die Kunstsocke ist seit dem 1. November für 12,50 Euro im Online-Shop unter letsdogoods.com/de erhältlich. Für den Verkauf vor Ort sucht Let’s Do Goods noch Wiesbadener Geschäfte, die mitmachen möchten. Interessierte können sich bei Anne Häusler unter anne[at]letsdogoods.com melden.
Mehr Informationen zur Teestube Wiesbaden finden Sie hier.
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Über die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus
Die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus ist Teil der Regionale Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH. Mit jeder der neun Regionalen Diakonien in Hessen und Rheinland-Pfalz leisten wir aktiv die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche. Dafür setzen sich über 1.500 Mitarbeitende sowie rund 5.000 Ehrenamtliche ein. Unsere Angebote können von jeder Person in Anspruch genommen werden, unabhängig von Nationalität, Religion und sozialem Status. Wir beraten, begleiten und betreuen im Jahr ca. 120.000 Menschen und leisten Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Angebote und Einrichtungen der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus gliedern sich in fünf Arbeitsbereiche: Soziale Teilhabe; Wohnungsnotfallhilfe; Beratung; Frauen, Kinder, Jugend- und Familienhilfe sowie Gemeinwesenarbeit. Insgesamt engagieren sich rund 180 hauptamtliche Mitarbeitende und zirka 400 Ehrenamtliche an 21 Standorten in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis für Menschen, die Rat und Hilfe benötigen.
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