Bundestagsabgeordnete Ayşe Asar besucht Migrationsberatung in Bad Schwalbach
Regionale Diakonie warnt vor finanziellen Kürzungen – Integration braucht verlässliche Strukturen
Rahel Horst, Thomas Weinert, Ayşe Asar, Ulrike Gürlet, Gabriele Langkowski, Miriam Fuchs, Jegrkhwin Sheme und Stefanie Kessler
Wiesbaden, den 26. Januar 2026. Die aus dem Rheingau-Taunus-Kreis stammende Bundestagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen Ayşe Asar hat das Beratungszentrum Pestalozzistraße der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus (RD WIRT) in Bad Schwalbach besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE).
Begleitet wurde Asar von ihrer Wahlkreismitarbeiterin Miriam Fuchs, der Bad Schwalbacher Stadtverordnetenvorsteherin Gabriele Langkowski sowie Thomas Weinert vom Netzwerk für Demokratie und Vielfalt Bad Schwalbach. Beim Austausch war auch Rahel Horst, Referentin für Migration und Integration bei der Diakonie Hessen sowie Vertreterin des Arbeitskreises 2 – Flucht und Migration der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, dabei.
Finanzieller Druck gefährdet Beratungsangebote
Die Leiterin der RD WIRT Ulrike Gürlet, Bereichsleiterin Beratung Stefanie Kessler und Migrationsberater Jegrkhwin Sheme berichteten über die konkreten Inhalte und Probleme in der Migrationsberatung. Gemeinsam mit Rahel Horst erläuterten sie, unter welchem zunehmenden finanziellen Druck nicht nur die Migrationsberatung, sondern Beratungsangebote generell derzeit stehen – unter anderem durch die hohe Zahl an Kirchenaustritten und damit verbunden sinkende Eigenmittel. Zuletzt sah sich die Regionale Diakonie deshalb gezwungen, insbesondere in Wiesbaden einige Angebote einzustellen. „Das ist umso bedauerlicher, als die Beratungsangebote da ansetzen, wo wir Menschen frühzeitig helfen können, bevor ihre Probleme chronifizieren oder Konflikte sich verschlimmern und dann erst recht zu hohen Kosten führen. Leider sind diese Angebote am schlechtesten finanziert“, erklärte Ulrike Gürlet.
Glücklicherweise haben sich im Fall der Migrationsberatung sowohl die Stadt Wiesbaden als auch der Rheingau-Taunus-Kreis von der Bedeutung der Migrationsberatung überzeugen lassen und unterstützen diese seit 2024 mit einem Zuschuss, der die Finanzierung durch das Bundesprogramm MBE ergänzt. Rahel Horst betonte jedoch, dass ein zusätzliches Landesprogramm für die Unterstützung dieses Bereichs, wie es in vielen anderen Bundesländern besteht, auch in Hessen für mehr Sicherheit sorgen würde.
Die Referentin warnte zudem vor den offenbar geplanten inhaltlichen Einschränkungen der Migrationsberatung auf Bundesebene: Es sei zu befürchten, dass die Beratung Migrant:innen künftig nur noch innerhalb der ersten drei bis fünf Jahre nach ihrer Einreise in Deutschland zugänglich sein solle. Alleine durch langwierige Asylverfahren, die zum Teil über zwei Jahre in Anspruch nähmen, fielen dadurch viele Menschen, die aktuell die Migrationsberatung nutzen, durchs Raster. Dabei – darin waren sich alle Gesprächspartner:innen einig – hilft die Migrationsberatung, Menschen möglichst schnell und gut zu integrieren und so höhere Folgekosten einzusparen. „Migrationsberatung sorgt dafür, dass Menschen schneller Arbeit finden, Deutsch lernen und selbständig werden. Wer hier kürzt, spart nicht. Er verschiebt die Kosten in die Zukunft. Eine nachhaltige Politik stärkt Bildung und Integration, statt funktionierende Strukturen zu schwächen“, erklärte Ayşe Asar.
Migrationsberater (MBE) Jegrkhwin Sheme
Migrationsberatung hat Erfolg
Die Gäste waren sehr interessiert an den Einblicken, die Jegrkhwin Sheme in seinen Beratungsalltag gab: Er hilft seinen Klient:innen zum Beispiel bei der Beantragung unterstützender Leistungen sowie bei der Suche nach Sprachkursen, Arbeit und Wohnraum. Unterstützt wird er dabei von ehrenamtlichen Helfer:innen, zum Beispiel Sprachmittler:innen.
Der Berater, früher selbst Klient in der Migrationsberatung und seit 2020 bei der Regionalen Diakonie tätig, weiß von vielen ehemaligen Ratsuchenden, die jetzt zum Beispiel als Schulsozialarbeiter, Busfahrer oder Automechaniker tätig sind. Von den rund 1.230 Menschen, die seit 2020 die Migrationsberatung im Rheingau-Taunus-Kreis in Anspruch genommen haben, sind inzwischen rund 950 erfolgreich in Deutschland integriert.
„Wir haben uns über den Besuch im Beratungszentrum sehr gefreut und sind zuversichtlich, dass sich alle Beteiligten in ihrem jeweiligen Wirkungskreis erfolgreich für die Erhaltung niedrigschwelliger Beratungsangebote einsetzen können“, sagte Ulrike Gürlet.
Mehr Informationen zur Migrationsberatung finden Sie hier.
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Über die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus
Die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus ist Teil der Regionale Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH. Mit jeder der neun Regionalen Diakonien in Hessen und Rheinland-Pfalz leisten wir aktiv die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche. Dafür setzen sich über 1.500 Mitarbeitende sowie rund 5.000 Ehrenamtliche ein. Unsere Angebote können von jeder Person in Anspruch genommen werden, unabhängig von Nationalität, Religion und sozialem Status. Wir beraten, begleiten und betreuen im Jahr ca. 120.000 Menschen und leisten Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Angebote und Einrichtungen der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus gliedern sich in fünf Arbeitsbereiche: Soziale Teilhabe; Wohnungsnotfallhilfe; Beratung; Frauen, Kinder, Jugend- und Familienhilfe sowie Gemeinwesenarbeit. Insgesamt engagieren sich rund 180 hauptamtliche Mitarbeitende und zirka 400 Ehrenamtliche an 21 Standorten in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis für Menschen, die Rat und Hilfe benötigen.
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