Schlachthof und Kubis e.V. sind neue „Hausfliesenbruch“-Paten
Menschen in prekären Lebenslagen im Fokus – Kunstprojekt von Diakonie und Kirche
Matthias Lutz (RD WIRT) bringt gemeinsam mit dem Künstler die Fliese an der Fassade von Kubis e. V. an.
Wiesbaden, den 14.07.2026. Das Projekt „Hausfliesenbruch“ der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus und des Evangelischen Dekanats Wiesbaden hat zwei weitere Unterstützer: Der Verein Kubis e. V. und das Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e. V. haben jeweils eine „Fliesenpatenschaft“ übernommen. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch zwei weitere Partner, die sich in Wiesbaden für eine offene, vielfältige und solidarische Stadtgesellschaft engagieren sowie Menschen in prekären Lebenslagen gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe ermöglichen. Dies passt hervorragend zu den Werten und Zielen des partizipativen Kunstprojekts ‚Hausfliesenbruch‘“, so Alexander Trauten, der das Projekt bei der Regionalen Diakonie koordiniert.
Klient:innen aus dem Bereich Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie haben seit dem Start des Projekts im Jahr 2022 insgesamt rund 50 Keramikfliesen gestaltet. 21 davon haben bereits „Paten“ gefunden, die sich bereit erklärt haben, die Fliese an ihrer Hausfassade im Stadtgebiet von Wiesbaden anzubringen. Die Kunstwerke sind jeweils mit einem QR-Code versehen, der zu einem erklärenden Text verlinkt. Die dauerhafte Präsentation der Fliesen im öffentlichen Raum bedeutet für die Klient:innen der Diakonie Anerkennung und schafft Aufmerksamkeit für das Thema Wohnungslosigkeit.
„Kein Krieg“: Fokus auf Geflüchtete bei Kubis e. V.
Seit heute ziert die Fliese mit dem Titel „Kein Krieg“ das Gebäude in der Wellritzstraße 49, in dem der Verein für Kultur, Bildung und Sozialmanagement Kubis e. V. untergebracht ist. „Wir haben uns für diese Fliese entschieden, weil wir bei unserer Arbeit täglich Menschen begegnen, die vor dem Krieg fliehen mussten und sich hier eine neue Existenz aufbauen. Selbst nach dem Ende des Krieges wäre eine Rückkehr für viele von ihnen keine realistische Option, da ihr Heimatland zerstört ist und ihnen – insbesondere ihren Kindern – keine sichere Zukunft bieten kann. Kein Krieg ist hier die einzige Lösung, die dazu beitragen würde, dass sich diese Situation verbessert“, so Ute Ledwoyt von Kubis e. V.. Der bei der Anbringung auch anwesende Künstler der Fliese „Kein Krieg“ erklärt das Motiv so: „Die Fliese soll eine Atombombe und eine Blumenwiese darstellen. Menschen sollen mehr zusammenhalten und keine Kriege führen. Jeder lebt sein eigenes Leben und soll auch Ruhe bekommen, Politiker der Welt sollen vernünftiger werden!“ Über die Wertschätzung seines Werkes durch die Anbringung an der Kubis-Fassade freute er sich sehr: „Ich komme regelmäßig hier vorbei uns kann dann immer ganz stolz meine Fliese sehen.“
v.l.n.r.: Matthias Lutz (RD WIRT), Nicole Nestler (Evangelisches Dekanat), Hendrik Seipel-Rotter (Kulturzentrum Schlachthof e. V.) und Susanne Bender-Petrovic (RD WIRT) mit der neu angebrachten Fliese am Wasserturm.
Fliesenpate Kulturzentrum Schlachthof: Kulturelle Teilhabe ist Menschenrecht
Ebenfalls heute wurde eine weitere Keramikfliese am Wasserturm auf dem Gelände des Kulturzentrums Schlachthof Wiesbaden e. V. enthüllt. „Mit der Übernahme einer Fliesenpatenschaft beteiligt sich das Kulturzentrum Schlachthof an einem Kunstprojekt, das Teilhabe sichtbar macht. Als soziokulturelles Zentrum verstehen wir kulturelle Teilhabe als Menschenrecht. Die Patenschaft unterstreicht das gemeinsame Engagement für eine offene, freie Gesellschaft, in der alle Menschen an der Entwicklung der Stadt teilhaben können, in der unterschiedlichste Lebensrealitäten und -entwürfe ihren Platz haben und ein solidarisches Miteinander gepflegt wird“, so Hendrik Seipel-Rotter, Pressesprecher des Kulturzentrums Schlachthof Wiesbaden.
„Kultur bringt Menschen zusammen, eröffnet neue Perspektiven und zeigt wie das Kulturzentrum Schlachthof klare Haltung. Deshalb ist hier ein wichtiger Ort für diese Fliese: Sie macht Geschichten sichtbar, die im Alltag oft übersehen werden und setzt ein Zeichen für Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Nicole Nestler vom Evangelischen Dekanat, die das Projekt „Hausfliesenbruch“ vor vier Jahren gemeinsam mit der Regionalen Diakonie ins Leben gerufen hat.
Die Klientin, die das Werk mit dem Titel „Ich bin Sekunden meiner Herrin“ gestaltet hat, beschreibt dazu nicht nur ihre künstlerischen Gedanken, sondern verbindet sie auch mit ganz konkreten Wünschen – wie zum Beispiel weniger Rassismus und Generationsfeindlichkeit in der Stadt Wiesbaden. Details zu dieser Fliese und zu allen weiteren Werken finden sich auf der Projektseite www.hausfliesenbruch.de.
Über die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus
Die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus ist Teil der Regionale Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH. Mit jeder der neun Regionalen Diakonien in Hessen und Rheinland-Pfalz leisten wir aktiv die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche. Dafür setzen sich über 1.500 Mitarbeitende sowie rund 5.000 Ehrenamtliche ein. Unsere Angebote können von jeder Person in Anspruch genommen werden, unabhängig von Nationalität, Religion und sozialem Status. Wir beraten, begleiten und betreuen im Jahr ca. 120.000 Menschen und leisten Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Angebote und Einrichtungen der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus gliedern sich in fünf Arbeitsbereiche: Soziale Teilhabe; Wohnungsnotfallhilfe; Beratung; Frauen, Kinder, Jugend- und Familienhilfe sowie Gemeinwesenarbeit. Insgesamt engagieren sich rund 180 hauptamtliche Mitarbeitende und zirka 400 Ehrenamtliche an 21 Standorten in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis für Menschen, die Rat und Hilfe benötigen.
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