Eröffnung des FLINTA*-Bereichs in der Teestube Wiesbaden
Der neue Bereich bietet Schutz und Angebote für eine besonders stark ausgegrenzte Personengruppe.
Einrichtungsleiter Matthias Röhrig und Bereichsleiterin Kim Linz (stehend) mit Gästen bei der Eröffnung des FLINTA*-Bereichs
Wiesbaden, den 12. März 2026. Um auf die besonderen Bedürfnisse wohnungsloser Menschen aus dem FLINTA*-Personenkreis (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, Trans*- und Agender-Personen) einzugehen, hat die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus (RD WIRT) in den Räumen der Teestube einen FLINTA*-Bereich in Betrieb genommen. Im 2. Obergeschoss des Hauses finden Besucher:innen mehrere Räume vor, in denen sie sich zurückziehen oder in entspannter Atmosphäre miteinander austauschen können. Ein entsprechend ausgestattetes Sprechzimmer bietet die Möglichkeit für eine gynäkologische Beratung und Untersuchung im Rahmen der „Humanitären Sprechstunde“.
v.l.n.r.: Teestuben-Mitarbeiterinnen Elena Fusca und Stefanie Trautmann, Unternehmerin Betina Weiler, Einrichtungsleiter Matthias Röhrig
Der neue FLINTA*-Bereich wurde am 10. März 2026 im Rahmen einer kleinen Feier eröffnet. Zur Veranstaltung gekommen waren neben interessierten Kolleg:innen aus anderen Arbeitsbereichen der Regionalen Diakonie und Mitarbeitenden anderer sozialer Organisationen auch einige Unterstützer:innen, die mit Spenden die Neugestaltung des Bereiches ermöglicht hatten: darunter die Unternehmerin Betina Weiler und Vertreter:innen der WiBau GmbH, Heidemarie Utsch von der Alfred Weigle Stiftung und einige private Spender:innen. Ein bedeutender finanzieller Zuschuss für die Renovierung des FLINTA*-Bereichs kam von der Diakoniegemeinschaft Paulinenstift.
Neuer Bereich schließt Versorgungslücke
Zur Eröffnung skizzierte der Einrichtungsleiter der Teestube, Matthias Röhrig, wie sein Team nach der Schließung der Notübernachtungsräume „Biwak“ im Vorjahr die Räume umgestaltet und das Konzept für den FLINTA*-Bereich erarbeitet hat. Gegenüber einem bundesweiten Anteil wohnungsloser Frauen von 45 Prozent seien weibliche Besucher:innen in der Teestube unterrepräsentiert; sie machten dort nur 13 Prozent aus. Das habe den Anstoß geliefert, um ihnen einen eigenen Schutzraum zu bieten, so Röhrig. Kim Linz, die Bereichsleiterin Wohnungsnotfallhilfe der RD WIRT, ergänzte: „Das Angebot schließt eine Versorgungslücke für die besonders stark ausgegrenzte FLINTA*-Personengruppe in Wiesbaden. Der neue Bereich fügt sich zudem ideal in unser bestehendes Wohnangebot für wohnungslose FLINTA*-Personen in Wiesbaden ein: Denjenigen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, können wir Unterstützung und Betreuung in unserer FLINTA*-WG anbieten. Die Wohngemeinschaft ist seit Anfang 2025 Teil des Übergangswohnheims in Erbenheim und bietet innerhalb eines separaten Wohntrakts einen Safer Space für FLINTA*-Personen.“
Werke aus dem Kunstprojekt der Teestube
Gestaltung mit Kunstwerken wohnungsloser Menschen
Bei der Einrichtung des FLINTA*-Bereichs hat das Teestuben-Team viel Wert auf Gemütlichkeit und eine entspannte Atmosphäre gelegt. Gerne nehmen die Gäste auch den Ruheraum in Anspruch, wie Kim Linz erklärt: „Aufgrund von Lärm und Gefahren beim Übernachten auf der Straße kommen wohnungslose Menschen nachts nicht gut zur Ruhe. Hier können sie tagsüber ganz entspannt etwas Schlaf nachholen.“ Auf viel Bewunderung bei den Eröffnungsgästen stießen die Bilder, die in allen Räumen des Bereichs die Wände verschönern. Sie entstammen dem wöchentlichen Kunstprojekt, das die Mitarbeiterin Valentina Neacsiu in der Teestube anbietet und bei der Veranstaltung kurz vorstellte.
Wie viel der FLINTA*-Bereich den Besuchenden bedeutet, offenbarten einige Statements, die Teestuben-Mitarbeiterin Stefanie Trautmann im Rahmen des wöchentlichen FLINTA*-Frühstücks gesammelt hatte und die sie bei der Eröffnung vorlas, zum Beispiel: „Was hier besprochen wird, bleibt auch hier“, „Wir fühlen uns hier geliebt“ oder „Die ‚sexualisierte Spannung‘ fällt hier weg.“
Angebote für FLINTA*-Personen sollen ausgebaut werden
Derzeit finden im neuen Bereich neben dem Frühstück auch montags, mittwochs und freitags Beratungen durch die Sozialarbeiterinnen statt, zudem werden regelmäßig Ausflüge angeboten. Für die monatliche gynäkologische Sprechstunde konnte eine Ärztin gewonnen werden, die ehrenamtlich die Besucher:innen untersucht und berät. Weitere Projekte – insbesondere die Ausweitung und Sicherstellung der Öffnungs- und Beratungszeiten sowie der freizeitpädagogischen Angebote – sind für die Zukunft geplant, bedürfen aber noch einer ausreichenden Finanzierung, zum Beispiel durch Spenden oder Stiftungsgelder.
Mehr Informationen zum FLINTA*-Bereich der Teestube finden Sie hier.
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Über die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus
Die Regionale Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus ist Teil der Regionale Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH. Mit jeder der neun Regionalen Diakonien in Hessen und Rheinland-Pfalz leisten wir aktiv die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche. Dafür setzen sich über 1.500 Mitarbeitende sowie rund 5.000 Ehrenamtliche ein. Unsere Angebote können von jeder Person in Anspruch genommen werden, unabhängig von Nationalität, Religion und sozialem Status. Wir beraten, begleiten und betreuen im Jahr ca. 120.000 Menschen und leisten Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Angebote und Einrichtungen der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus gliedern sich in fünf Arbeitsbereiche: Soziale Teilhabe; Wohnungsnotfallhilfe; Beratung; Frauen, Kinder, Jugend- und Familienhilfe sowie Gemeinwesenarbeit. Insgesamt engagieren sich rund 180 hauptamtliche Mitarbeitende und zirka 400 Ehrenamtliche an 21 Standorten in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis für Menschen, die Rat und Hilfe benötigen.
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